Hamburger Schulreform

Die Privilegierten haben gesiegt. Wieder einmal wurde die Chance zerstört endlich ein Zeichen gegen das zutiefst ungerechte und sozial selektive Schulsystem in Deutschland zu setzen. Besonders tragisch ist, das die Repräsentanten im Hamburger Parlament sich einig waren und die Schulreform durch eine Bürgerinitiative (welche sich aus dem besser gestellten Bildungsbürgertum rekrutierte) torpediert wurde.

Es zeigt hier ganz deutlich das riesige Problem der direkten Demokratie: Die sozial höher stehenden Schichten und Privilegierten können sich mobilisieren und ihre Interessen durchsetzen. Offensichtlich wollen die Bürger Hamburgs nichts mit den Schmuddelkindern aus den ärmeren Stadtteilen zu tun haben, man will einfach unter sich bleiben. Die sozial Benachteiligten allerdings, deren Kinder von der Reform vor allem profitiert hätten, durften entweder nicht abstimmen oder haben (leider) ihr Wahlrecht nicht wahrgenommen.

Das Ergebnis aus Hamburg zeigt die tiefe Spaltung der Gesellschaft. Perfiderweise wird dieses Ergebnis aber auch einen großen Teil dazu beitragen, die Spaltung weiter zu vertiefen.

Sehr schön kommentiert hat die TAZ das Ergebnis „Hamburg bleibt Sitzen“: http://www.taz.de/1/zukunft/bildung/artikel/1/hamburg-bleibt-sitzen/

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